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Nachdem eine Entscheidung über das zu verwendende Material gefallen ist,
sollte sich der Heimwerker noch vor Beginn der eigentlichen Pflasterarbeiten, einige
weitere grundlegende Gedanken über die spätere Nutzung verinnerlichen.
Bei einem einfachen Gartenweg, mit einer späteren maximalen
Belastbarkeit, die nicht das Gewicht einzelner Personen, zuzüglich einer Schubkarre
überschreitet, wird sicherlich eine 10 cm starke Kiesschicht auf Jahre hinaus gute
Dienste als Unterbau für unsere Pflasterarbeiten leisten. Für eine Terrasse gelten
hingegen schon andere Gesichtspunkte bei der Vorbereitung der Fläche für
Pflasterarbeiten.
Zwar ist auch hier die Belastung nicht wesentlich höher, doch bekanntlich beginnt sich
Wasser unterhalb von 4 °C wieder auszudehnen. Diese Eigenschaft des Wassers lässt nicht
nur mit Wasser gefüllte Flaschen bei Frost zerbersten, oder friert Autokühler und
Motoren bei fehlendem Frostschutzmittel kaputt. Auch unsere Terrasse wird im Winter durch
gefrierende Feuchtigkeit im Boden angehoben und senkt sich bei anhaltendem Tauwetter
wieder. Abhilfe schafft hier nur eine frostfreie Gründung und die Erstellung eines
drainfähigen Unterbaus, bevor es mit den eigentlichen Pflasterarbeiten so richtig
losgehen kann.
Frostfreie Gründung bedeutet für den Unterbau einer Terrasse nun
nicht zwangläufig, dass in jedem Fall der vorhandene Boden bis in frostfreier Tiefe
auszuheben und durch andere Materialien zu ersetzen ist. Vielmehr kommt es darauf an, ob
geeigneter natürlich gewachsener Boden vorhanden ist, bzw. bei Errichtung des Gebäudes
aufgeschüttet und möglichst lagenweise verdichtet wurde. Wurde hier mit Kies
aufgefüllt, so braucht dieser in der Regel nur noch einmal vor Beginn der
Pflasterarbeiten nachverdichtet werden. Ebenfalls, wenn der natürlich gewachsene Boden
grobkörnig genug ist, um Wasser nicht zu halten, sondern in tiefere Schichten absickern
zu lassen.
Abgetragen werden muss in jedem Fall die oberste Schicht, wenn diese
wie anzunehmen ist, aus Muttererde besteht. Bei den darauf folgenden Schichten kommt es
darauf an, ob es sich um nicht zu stark mit humushaltigen Stoffen vermischten, oder
anderweitig verunreinigten Kies oder Sand handelt. Bei Sand wiederum auf dessen
Körnigkeit, zu feinkörnige Sande besitzen keine ausreichende Drainagewirkung. Bei Sand
sollte die Körnung noch mit einer Brille, doch ohne Lupe für den Heimwerker erkennbar
sein. Lehmige und tonhaltige Böden sollten in jedem Fall ausgetauscht werden.
Erweist sich der vorhandene Unterbau als ungeeignet und muss neues Material eingebracht
werden, so ist dieses möglichst lagenweise zu verdichten. Gerade die im Heimwerkerbereich
üblichen kleineren Rüttelplatten besitzen in der Regel keine ausreichende Wirktiefe, um
60 cm oder mehr in einem Arbeitsgang zu verfestigen. Im übrigen tut es bei kleineren
Flächen auch der altbewehrte Handstampfer, vorausgesetzt er besitzt genügend Eigenmasse
und es wird in 10 cm Lagen verdichtet.
Die Tiefe einer frostfreien Gründung ist von der Gegend und örtlichen
Lage abhängig und reicht von 60 cm bis 90 cm, örtlich noch tiefer. Wer sich genau an die
Vorschriften halten möchte, Ihr zuständiges Bauamt kann Ihnen hier sicherlich Auskunft
geben. Doch dürften eine Auskofferung und Auffüllung bis in einer Tiefe von 50 bis 70 cm
für eine Terrasse in der Regel ausreichend sein. Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig
soll eine Fundamenttiefe von 100 cm aufzuweisen haben, wenn ich richtig informiert bin.
Allerdings sollten wir bei einer höher gelegenen Terrasse, sowie bei einer Terrasse in
Hanglage, die Möglichkeit einer seitlichen Unterfrierung mit einkalkulieren. Von
wesentlich anderen Gesichtspunkten müssen wir bei den Pflasterarbeiten für eine Einfahrt
ausgehen. Hier spielt die Belastung eine wesentlich größere Roll, schließlich soll
unsere Einfahrt auch mal eventuell einen kleineren LKW, beispielsweise einen
Möbeltransporter standhalten. Hier nur feinkörnige Kiese oder Sand als Unterbau zu
verwenden, würde mit den Jahren Fahrspuren hinterlassen.
Wer über Jahrzehnte hinaus Freude beim Anblick seiner Einfahrt erleben möchte, der
sollte aus diesem Grund zwingend einen 20 bis 30 cm starken Unterbau als Tragschicht
einbauen. Der schematische Querschnitt ist in der folgenden Abbildung skizziert.

Für diese Tragschicht kann Schotter oder Splitt (auch Brechsand
genannt) verwendet werden. Weiterhin kommen auch häufig kostengünstigere Alternativen
aus Ziegelbruch- oder Betonrecycling zur Anwendung und erfüllen für unsere Zwecke
völlig ihren Dienst.
Recyclingmaterialien werden aus dem Abbruch von älteren Bauwerksanlagen gewonnen und in
großen Brechanlagen auf verschienen Brechgrößen zerkleinert. Für private
Pflasterarbeiten hat sich eine Größe von 0 bis32 mm für die Erstellung von
Tragschichten bewährt. Diese Größe hat gröberen Körnungen gegenüber den Vorteil,
dass sich ein Feinplanum mit einem Höhenunterschied von nicht mehr als 1,0 cm noch
relativ leicht für den Heimwerker auf kleineren Flächen realisieren lässt.
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